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Veröffentlicht am 02.07.2015 von Stefanie Loske

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Marvin Gaye – tragisches Soulgenie

Der Mann der hinter seinen echten Namen noch ein „e“ packte, damit auch niemand auf falsche Gedanken kommt, war der wohl erfolgreichste Star von Motown.

Sein Talent kommt früh zutage

1939 wird Marvin Pentz Gay Junior in Washington D.C. geboren. Seine Kindheit ist nicht einfach, denn sein Vater ist Pfarrer und ein zutiefst religiöser und auch jähzorniger Mensch, der auch mal handgreiflich wurde.

Bereits im Alter von drei Jahren beginnt er in der Kirche seines Vaters zu singen und lernt später auch Klavier und Schlagzeug zu spielen. Als er nach den Militär zurück kehrt spielt er in der Gruppe Moonglows mit und hält sich so über Wasser. Da die Band jedoch nicht lange besteht, zieht Marvin nach Detroit und knüpft dort Kontakte mit dem jungen Motwon-Label.

Dort arbeitet er als Schlagzeuger für Stevie Wonder und Smokey Robinson, aber auch als Songschreiber beispielsweise für Martha Vandellas. Einen Vertrag als Solokünstler bekommt er 1961. Sein erster Hit kommt ein Jahr später mit Stubborn Kind Of Fellow.

Er wird in die Rolle des Schnulzensängers gedrängt

Der Song setzt den Maßstab für seinen Musikstil der nächsten Jahre. Es folgen Hits mit Pride And Joy und Ain´t That Peculiar. Er wird der erfolgreichste Star von Motown. Er verkauft viele Alben, bekommt aber schnell den Ruf des Womanizers zugesprochen.

Motwon hält an diesem Ruf fest und lässt ihn schmalzige Soulduette singen. Ende der sechziger Jahre entwickelt er sich weiter. Er macht stark instrumentierten Soul, der nicht mehr niedlich ist wie seine anfängliche Musik.

Sozialkritisches Album vs. Sexalbum

1971 kommt ein Album, welches als erstes Konzeptalbum von Motwon gilt. Auf der Platte beschäftigen ihn Themen wie Krieg, Rassismus und Armut. Es wird sein meistverkauftes Album. 1973 kommt ein plötzlicher Wechsel mit dem Album Let´s Get It On auf dem er keineswegs mehr sozialkritisch ist. Er wird zum Mr. Loverman, der von purem Sex singt.

Den Erfolg, den er in der Musik hat, hat er leider nicht im Privatleben. Seine Duett-Partnerin Tammy Terrell bricht auf der Bühne in seinen Armen zusammen. Später stirbt sie mit nur 24 Jahren an einem Hirntumor. Zudem zieht sich schon seit Jahren ein zermürbender Kampf mit seinem Vater durch sein Leben. Seine tabulosen Texte und die Frömmigkeit seiner Eltern passen einfach nicht zusammen. Marvin wird schwer kokainabhängig und tritt nur noch selten öffentlich in Erscheinung. Zudem scheitern auch seine beiden Ehen.

Das Album Here, My Dear ist eine Abrechnung mit seiner zweiten Frau. Das Album zeigt eine perfektionistische Studioarbeit, aber auch einen verbitterten Mann. Zuerst nicht sonderlich beachtet, wird die Genialität des Albums er später wahrgenommen – dann aber richtig.

Tragisches Ende eines genialen Musikers

Seine folgenden Jahre verbringt er in Europa, um seinen psychisch labilen Zustand zu verbessern. Nachdem Motwon ohne sein Einverständnis ein Album veröffentlicht, wechselt er zu Columbia. Dort gelingt ihm mit Sexual Healing ein großes Comeback.

Doch sein Zustand wird nicht besser. Depressionen plagen ihn und er hat Selbstmordgedanken. Auch seine Sucht kriegt er nicht in den Griff. Sein Leben endet tragisch, indem er in einem Streit von seinem Vater erschossen wird. Angeblich aus Notwehr.

Er war der vielleicht eiflussreichste und genialste Soulsänger seiner Zeit.

 

photocredit:By Tamla (Billboard, page 1, 27 April 1974) [Public domain], via Wikimedia Commons

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