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Veröffentlicht am 20.08.2015 von Stefanie Loske

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Ray Charles

Ray Charles musikalischer Einfluss war stilprägend bei der Entwicklung von Blues, Rhythm and Blues, Soul und Country. In seiner Karriere hat er circa 90 Millionen Tonträger verkauft.

Ray Charles musikalisches Interesse beginnt früh

Am 23. September 1930 wird er als Raymond Charles Robinson in Albany, Georgia geboren. Zusammen mit seiner Mutter und dem jüngeren Bruder wächst er in ärmlichen Verhältnissen in Greenville, Florida auf.

Bereits im Alter von drei Jahren beginnt sein Interesse an der Musik. Auf der anderen Straßenseite gibt es eine Kneipe in der es ein Klavier und eine Jukebox gibt. Auf dem Piano spielt der Besitzer selbst und gelegentlich darf auch Ray selber, auf dem Schoß sitzend, daran rumklimpern.

Als er fünf Jahre alt ist, ertrinkt sein kleiner Bruder vor seinen Augen in einem Kessel während sie spielen. Weil er noch zu klein ist, kann er ihm nicht helfen und seine Mutter kommt trotz seiner Hilferufe nur wenige Augenblicke zu spät. Wenige Monate später kündigt sich die nächste Tragödie an. Rays Augen beginnen zu tränen, wobei eine eitrige Flüssigkeit austritt, die seine Augenlieder verklebt. Er hat grünen Star und innerhalb der nächsten zwei Jahre verschlechtert sich sein Vermögen zu sehen, bis zur vollkommenen Blindheit.

Da seine Mutter sich sorgt, er könne zu sehr von anderen wegen seiner Blindheit abhängig sein, muss Ray überall im Haushalt mithelfen und darf sich auch an kleinen Orten ohne seine Mutter alleine aufhalten. Er lernt sich durch sein Gehör zu orientieren und kann sogar Fahrrad fahren.

In der Blindenschule wird er musikalisch ausgebildet

Später kommt er in eine vom Staat finanzierte Blindenschule, lernt dort die Blindenschrift und bekommt Klavierunterricht. Hier wird seine Technik nun richtig ausgebildet. Er lernt auch Klarinette zu spielen und bringt sich das Altsaxophon selbst bei. Außerdem singt er mit anderen Schülern Gospel und hat nach ein paar Jahren erste Auftritte. Auf Kaffeekränzchen darf er ein paar Stücke spielen und bekommt als Belohnung ein Stück Kuchen.

Als 1945 seine Mutter stirbt verlässt er die Schule und zieht nach Jacksonville, wo er bei Bekannten wohnen kann. Seinen Lebensunterhalt will er mit Musik verdienen und spielt deshalb bei der örtlichen Musikergewerkschaft bei jeder Jamsession mit. Um so viele Jobs wie möglich annehmen zu können, will er alles spielen können. Auch der Gesang wird jetzt immer wichtiger für ihn.

Er versucht seine Idole Charles Brown und Nat Cole zu imitieren und bekommt Aushilfsjobs in verschiedenen Big Bands und Combos. Ein Jahr später zieht er nach Orlando, weil er mehr Unabhängigkeit will und muss dort komplett für sich selber sorgen, weshalb er anfangs sogar fast verhungert.

Er findet dort eine Big Band in der er ab und zu mitspielen kann und als der Bandleader bemerkt, dass Ray arrangieren kann, darf er auch noch ein bisschen mehr mitarbeiten. In Tampa, wo es ihn kurze Zeit später hinzieht, schafft er es schneller Fuß zu fassen und kommt in einer Combo unter. Doch er will noch weiter von Zuhause weg und zieht nach Seattle.

Der musikalische Erfolg stellt sich ein

Langsam stellt sich der musikalische Erfolg mit seinem ersten Trio „McSon Trio“ ein, die mit „Baby, Let Me Hold You“ ihrer erste Platte veröffentlichen. Zu der Zeit beschließt er auch, dass Robinson in seinem Namen wegzulassen, um Verwechslungen mit dem bekannten Boxer Sugar Ray Robinson zu vermeiden.

Nun kommt er auch mit Drogen in Kontakt und beginnt neben Alkohol und Gras auch Heroin zu spritzen. 1950 geht er nach Los Angeles wo sich sein Trio nach kurzer Zeit wegen fehlender Auftrittsmöglichkeiten trennt. Ray erhält jedoch ein Arrangement bei einem großen Musiker und kann seinen Hit zum Besten geben.

Zu Beginn der 50er Jahre ändert er seinen Stil, denn er will nicht mehr nur imitieren, sondern nach sich selbst klingen. 1952 kommt er bei einer Agentur in New York unter und geht zum Label Atlantic. Seine Musik bewegt sich zwischen Rhythm’n’Blues und Swing. Zwar kann er auch Jazz, nimmt jedoch nur die zu der Zeit populäre Musik auf, weil er Geld verdienen muss.

Eine Zeit lang spielt er auf Tour mit immer wechselnden Band, hat 1954 aber keine Lust mehr darauf, weil die Musiker ihm zu viele Fehler machen. Er beginnt damit, sich seine eigene Combo, bestehend aus sieben Leuten, zusammen zu stellen. Das ist ein entscheidender Schritt, der es ihm ermöglicht das zu kreieren, was man später als Soul bezeichnet. In seiner Band traut er sich alles auszuprobieren und zu vermischen.

Sein erster großer Hit

Der erste große Hit wird „I Got A Woman“. Er bedient sich an alten Kirchenliedern und legt unter sie einen harten R’n’B Groove. Als zweites Stilmittel setzt er die Raeletts, einen weiblichen Backgroundchor, in seiner Band ein. Der Kontrast zwischen dem Chor und den rauen Männerstimmen gab es bis dahin noch nicht.

Ende der 50er Jahre ist sein Heroinkonsum um einiges schlimmer geworden, denn mittlerweile muss er sich jeden Tag bis zu zweimal fixen.

Sein bekanntestes Stück „What’d I Say“ entsteht 59‘ bei einer Session während einer Zugabe. In diesem Stück wird seine Verbindung zum Gospel sehr deutlich und wird ein riesen Hit, auch bei den Weißen. Er schafft es seine musikalische Bandbreite zu erweitern und veröffentlicht mit „The Genius Of Ray Charles“ eine Big-Band-Platte.

1962 begeht er mit der Platte „Modern Sounds In Country And Western Music“ einen Stilbruch, auf der er auf seine Weise die Musik der Weißen singt. Zu dieser Zeit ist die Rassentrennung noch sehr aktuell, doch trotzdem wird die LP ein Erfolg.

Pause wegen seines Drogenproblems

1964 geht es Ray finanziell richtig gut, hat sich ein Haus mit eigenem Studio und Plattenfirma gebaut und fliegt mit seinem eigenen Flugzeug zu Auftritten. Doch die Drogenfahndung findet bei ihm eine große Menge Heroin, weshalb er einen Entzug macht, um zudem auch nicht ins Gefängnis zu müssen und einen sozialen Abstieg zu verhindern.

Nach seinen fünf Jahren auf Bewährung kehrt er wieder auf die Bühne zurück, wo sich der Erfolg sofort wieder einstellt. Zur Rassentrennung hat er eine klare Meinung und duldet auf seinen Konzerten keine Trennung zwischen Schwarzen und Weißen. Weil er in den 70er Jahren permanent auf Tour durch die Welt ist, verbreitet sich seine musikalische Bandbreite zudem immer weiter.

In den 80er Jahren bekommt er einige Preise zugesprochen und gewinnt den Grammy Live Music Award und wird im Kennedy Center von Reagan ausgezeichnet. Außerdem wird „Georgia On My Mind“ zur Nationalhymne von Georgia erklärt.

Auch in den 90er und im neuen Jahrtausend ist immer noch auf Tournee. Er unterhält die Leute und beeindruckt sie mit seinen Fähigkeiten als Entertainer. Ende 2003 wird bei ihm jedoch ein Leberleiden diagnostiziert, dem er ein halbes Jahr später in Beverly Hills im Kreise seiner Familie mit 73 Jahren erliegt.

Zahlreiche Kollegen würdigen nach seinem Tod seine musikalischen Leistungen und seine Persönlichkeit. 2005 erscheint dann mit Jamie Foxx in der Hauptrolle noch die filmische Biografie „Ray“.

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